Bava Metzia 2

Kapitel 2

א אֵלּוּ מְצִיאוֹת שֶׁלּוֹ, וְאֵלּוּ חַיָּב לְהַכְרִיז. אֵלּוּ מְצִיאוֹת שֶׁלּוֹ, מָצָא פֵרוֹת מְפֻזָּרִין, מָעוֹת מְפֻזָּרוֹת, כְּרִיכוֹת בִּרְשׁוּת הָרַבִּים, וְעִגּוּלֵי דְבֵלָה, כִּכָּרוֹת שֶׁל נַחְתּוֹם, מַחֲרוֹזוֹת שֶׁל דָּגִים, וַחֲתִיכוֹת שֶׁל בָּשָׂר, וְגִזֵּי צֶמֶר הַבָּאוֹת מִמְּדִינָתָן, וַאֲנִיצֵי פִשְׁתָּן, וּלְשׁוֹנוֹת שֶׁל אַרְגָּמָן, הֲרֵי אֵלּוּ שֶׁלּוֹ, דִּבְרֵי רַבִּי מֵאִיר. רַבִּי יְהוּדָה אוֹמֵר, כָּל שֶׁיֶּשׁ בּוֹ שִׁנּוּי, חַיָּב לְהַכְרִיז. כֵּיצַד. מָצָא עִגּוּל וּבְתוֹכוֹ חֶרֶס, כִּכָּר וּבְתוֹכוֹ מָעוֹת. רַבִּי שִׁמְעוֹן בֶּן אֶלְעָזָר אוֹמֵר, כָּל כְּלֵי אֶנְפּוֹרְיָא אֵינוֹ חַיָּב לְהַכְרִיז:
1 Welche Funde gehören dem Finder, und welche ist er verpflichtet ausrufen zu lassen? Folgende Funde gehören dem Finder: Findet jemand verstreute Früchte, verstreutes Geld, kleine Garben in öffentlichem Gebiete, Feigenkuchen, Brote vom Bäcker, an Schnüren aufgezogene Fische, Stücke Fleisch, Wollflocken, die von ihrem Lande kommen, Flachsbündel und Streifen von Purpurwolle, — so gehören diese ihm. (Dies die Worte R. Meïr’s). R. Jehuda sagt: Alles, woran eine Veränderung ist, muss man ausrufen lassen, z. B. wenn man einen Feigenkuchen findet, worin eine Scherbe ist, oder ein Brot, worin Geld ist. R. Simon Sohn Eleasars sagt: Alle Geräte von Handelsware braucht man nicht ausrufen zu lassen.
ב וְאֵלוּ חַיָּב לְהַכְרִיז, מָצָא פֵרוֹת בִּכְלִי אוֹ כְלִי כְּמוֹת שֶׁהוּא, מָעוֹת בְּכִיס אוֹ כִיס כְּמוֹת שֶׁהוּא, צִבּוּרֵי פֵרוֹת, צִבּוּרֵי מָעוֹת, שְׁלשָׁה מַטְבְּעוֹת זֶה עַל גַּב זֶה, כְּרִיכוֹת בִּרְשׁוּת הַיָּחִיד, וְכִכָּרוֹת שֶׁל בַּעַל הַבַּיִת, וְגִזֵּי צֶמֶר הַלְּקוּחוֹת מִבֵּית הָאֻמָּן, כַּדֵּי יַיִן וְכַדֵּי שֶׁמֶן, הֲרֵי אֵלּוּ חַיָּב לְהַכְרִיז:
2 Und folgende Funde ist man verpflichtet ausrufen zu lassen: Findet man Früchte in einem Gefässe oder ein Gefäss an und für sich, Geld in einem Beutel oder einen Beutel an und für sich, Haufen Früchte, Haufen Geld, drei Münzen, eine auf der anderen (liegend), kleine Garben im Privatgebiete, Brote eines Hausherrn, Wollflocken, die vom Hause des Handwerkers gekauft sind, Krüge mit Wein oder Krüge mit Öl, — so ist man verpflichtet, diese ausrufen zu lassen.
ג מָצָא אַחַר הַגַּפָּה אוֹ אַחַר הַגָּדֵר גּוֹזָלוֹת מְקֻשָּׁרִין, אוֹ בִשְׁבִילִין שֶׁבַּשָּׂדוֹת, הֲרֵי זֶה לֹא יִגַּע בָּהֶן. מָצָא כְלִי בָּאַשְׁפָּה, אִם מְכֻסֶּה, לֹא יִגַּע בּוֹ, אִם מְגֻלֶּה, נוֹטֵל וּמַכְרִיז. מָצָא בְגַל אוֹ בְכֹתֶל יָשָׁן, הֲרֵי אֵלּוּ שֶׁלּוֹ. מָצָא בְכֹתֶל חָדָשׁ, מֵחֶצְיוֹ וְלַחוּץ, שֶׁלּוֹ, מֵחֶצְיוֹ וְלִפְנִים, שֶׁל בַּעַל הַבָּיִת. אִם הָיָה מַשְׂכִּירוֹ לַאֲחֵרִים, אֲפִלּוּ בְתוֹךְ הַבַּיִת, הֲרֵי אֵלּוּ שֶׁלּוֹ:
3 Findet jemand hinter einer Wand oder hinter einer Mauer Tauben gebunden, oder (auch) in den Steigen der Felder, so darf er sie nicht berühren. Findet man ein Gefäss auf dem Miste, so darf man dasselbe, wenn es zugedeckt ist, nicht berühren; ist es aufgedeckt, so soll man es nehmen und ausrufen lassen. Findet man (etwas) in einem Steinhaufen oder in einer alten Wand, so gehört es dem Finder. Findet man (etwas) in einer neuen Wand in der Hälfte nach aussen, so gehört es dem Finder; (findet man es) in der Hälfte nach innen, so gehört es dem Hausherrn. Hatte er aber das Haus Andern vermiethet, so gehört es (das Gefundene) dem Finder, selbst wenn er es mitten im Hause gefunden hat.
ד מָצָא בַחֲנוּת, הֲרֵי אֵלּוּ שֶׁלּוֹ. בֵּין הַתֵּבָה וְלַחֶנְוָנִי, שֶׁל חֶנְוָנִי. לִפְנֵי שֻׁלְחָנִי, הֲרֵי אֵלּוּ שֶׁלּוֹ. בֵּין הַכִּסֵּא וְלַשֻּׁלְחָנִי, הֲרֵי אֵלּוּ לַשֻּׁלְחָנִי. הַלּוֹקֵחַ פֵּרוֹת מֵחֲבֵרוֹ אוֹ שֶׁשָּׁלַח לוֹ חֲבֵרוֹ פֵּרוֹת, וּמָצָא בָהֶן מָעוֹת, הֲרֵי אֵלּוּ שֶׁלּוֹ. אִם הָיוּ צְרוּרִין, נוֹטֵל וּמַכְרִיז:
4 Findet man (etwas) in einem Laden, so gehört es dem Finder. (Findet man es) zwischen dem Kasten und dem Krämer, so gehört es dem Krämer. (Findet man etwas) vor dem Wechsler, so gehört es dem Finder; (findet man es) zwischen dem Stuhl und dem Wechsler, so gehört es dem Wechsler. Kauft jemand Früchte von seinem Nächsten, oder schickt sein Nächster ihm Früchte, und er findet darin Geld, so gehört es ihm (dem Finder); war es eingebunden, so muss er es nehmen und ausrufen lassen.
ה אַף הַשִּׂמְלָה הָיְתָה בִכְלָל כָּל אֵלֶּה. לָמָּה יָצָאת. לְהָקִּישׁ אֵלֶיהָ, לוֹמַר לְךָ, מַה שִּׂמְלָה מְיֻחֶדֶת שֶׁיֶּשׁ בָּהּ סִימָנִים וְיֶשׁ לָהּ תּוֹבְעִים, אַף כָּל דָּבָר שֶׁיֶּשׁ בּוֹ סִימָנִים וְיֶשׁ לוֹ תוֹבְעִים, חַיָּב לְהַכְרִיז:
5 Auch das Gewand war in der Gesamtheit aller dieser (verlorenen Dinge); warum aber ist es ausgeschlossen worden? Um damit (alle anderen Dinge) zu vergleichen: So wie das Gewand (dadurch) ausgezeichnet ist, dass Zeichen daran sich befinden und dasselbe einen Eigentümer hat, der es fordert; ebenso muss man alles, woran Zeichen sich befinden und das einen Eigentümer hat, der es fordert, ausrufen lassen.
ו וְעַד מָתַי חַיָּב לְהַכְרִיז. עַד כְּדֵי שֶׁיֵּדְעוּ בוֹ שְׁכֵנָיו, דִּבְרֵי רַבִּי מֵאִיר. רַבִּי יְהוּדָה אוֹמֵר, שָׁלשׁ רְגָלִים, וְאַחַר הָרֶגֶל הָאַחֲרוֹן שִׁבְעָה יָמִים, כְּדֵי שֶׁיֵּלֵךְ לְבֵיתוֹ שְׁלשָׁה וְיַחֲזֹר שְׁלשָׁה וְיַכְרִיז יוֹם אֶחָד:
6 Wie lange ist man verpflichtet es ausrufen zu lassen? Bis die Nachbaren davon Kenntnis erhalten. Dies die Worte R. Meïr’s. R. Jehuda sagt: Drei Feste, und nach dem letzten Feste sieben Tage, damit er drei Tage nach Hause reise, drei Tage zurückkehre und Einen Tag ausrufen lasse.
ז אָמַר אֶת הָאֲבֵדָה וְלֹא אָמַר סִימָנֶיהָ, לֹא יִתֶּן לוֹ. וְהָ רַמַּאי, אַף עַל פִּי שֶׁאָמַר סִימָנֶיהָ, לֹא יִתֶּן לוֹ, שֶׁנֶּאֱמַר (דברים כב) עַד דְּרשׁ אָחִיךָ אֹתוֹ, עַד שֶׁתִּדְרשׁ אֶת אָחִיךָ אִם רַמַּאי הוּא אִם אֵינוֹ רַמָּאי. כָּל דָּבָר שֶׁעוֹשֶׂה וְאוֹכֵל, יַעֲשֶׂה וְיֹאכַל. וְדָבָר שֶׁאֵין עוֹשֶׂה וְאוֹכֵל, יִמָּכֵר, שֶׁנֶּאֱמַר (שם) וַהֲשֵׁבֹתוֹ לוֹ, רְאֵה הֵיאַךְ תְּשִׁיבֶנּוּ לוֹ. מַה יְּהֵא בַדָּמִים. רַבִּי טַרְפוֹן אוֹמֵר, יִשְׁתַּמֵּשׁ בָּהֶן, לְפִיכָךְ אִם אָבְדוּ חַיָּב בְּאַחֲרָיוּתָן. רַבִּי עֲקִיבָא אוֹמֵר, לֹא יִשְׁתַּמֵּשׁ בָּהֶן, לְפִיכָךְ אִם אָבְדוּ אֵינוֹ חַיָּב בְּאַחֲרָיוּתָן:
7 Nennt jemand das verlorene Ding, gibt aber nicht dessen Zeichen an, so gibt man es ihm nicht. Einem Betrüger gibt man es nicht, obgleich er dessen Zeichen angibt, denn es heisst (Deut. 22, 2): „Bis zum Forschen deines Bruders nach demselben“, (was zu erklären ist:) bis Du erforschest Deinen Bruder, ob er ein Betrüger ist, oder nicht. Jedes Ding, das arbeitet und isst, soll arbeiten und essen; ein Ding aber, das nicht arbeitet und (dennoch) isst, soll verkauft werden, denn es heisst (das.): „Du sollst es ihm zurückgeben“, (das will sagen:) siehe, wie du es ihm zurückgeben kannst. Was soll mit dem Gelde geschehen? R. Tarphon sagt: Er kann sich dessen bedienen, deshalb ist er, wenn es verloren geht, schuldig, dafür zu haften. R. Akiba sagt: Er darf sich desselben nicht bedienen, deshalb ist er, wenn es verloren geht, nicht dafür zu haften schuldig.
ח מָצָא סְפָרִים, קוֹרֵא בָהֶן אַחַת לִשְׁלֹשִׁים יוֹם. וְאִם אֵינוֹ יוֹדֵעַ לִקְרוֹת, גּוֹלְלָן. אֲבָל לֹא יִלְמֹד בָּהֶן בַּתְּחִלָּה, וְלֹא יִקְרָא אַחֵר עִמּוֹ. מָצָא כְסוּת, מְנַעֲרָהּ אַחַת לִשְׁלֹשִׁים יוֹם. וְשׁוֹטְחָהּ לְצָרְכָּהּ, אֲבָל לֹא לִכְבוֹדוֹ. כְּלֵי כֶסֶף וּכְלֵי נְחֹשֶׁת, מִשְׁתַּמֵּשׁ בָּהֶן לְצָרְכָּן, אֲבָל לֹא לְשָׁחֳקָן. כְּלֵי זָהָב וּ כְלֵי זְכוּכִית, לֹא יִגַּע בָּהֶן עַד שֶׁיָּבֹא אֵלִיָּהוּ. מָצָא שַׂק אוֹ קֻפָּה, וְכָל דָּבָר שֶׁאֵין דַּרְכּוֹ לִטֹּל, הֲרֵי זֶה לֹא יִטֹּל:
8 Hat jemand Bücher gefunden, so lese er darin einmal in dreissig Tagen. Wenn er nicht lesen kann, so muss er sie (wenigstens) rollen. Doch darf er nicht darin etwas zum ersten Male lernen, und es darf kein anderer mit ihm lesen. Hat er eine Decke gefunden, so soll er sie einmal in dreissig Tagen ausschütteln und sie ausbreiten, wenn es für sie nötig ist, aber nicht seiner (eigenen) Ehre wegen. (Fand er) silberne und kupferne Geräte, so kann er sich derselben bedienen, wenn es für sie nötig ist, aber nicht so, dass sie abgenutzt werden. (Fand er) goldene oder gläserne Geräte, so darf er sie nicht berühren, bis Elijahu kommt. Findet jemand einen Sack oder eine Kufe oder sonst eine Sache, die er gewöhnlich nicht trägt, so braucht er sie nicht aufzunehmen.
ט אֵיזוֹ הִיא אֲבֵדָה, מָצָא חֲמוֹר אוֹ פָרָה רוֹעִין בַּדֶּרֶךְ, אֵין זוֹ אֲבֵדָה. חֲמוֹר וְכֵלָיו הֲפוּכִין, פָּרָה רָצָה בֵּין הַכְּרָמִים, הֲרֵי זוֹ אֲבֵדָה. הֶחֱזִירָהּ וּבָרְחָה, הֶחֱזִירָהּ וּבָרְחָה, אֲפִילוּ אַרְבָּעָה וַחֲמִשָּׁה פְעָמִים, חַיָּב לְהַחֲזִירָהּ, שֶׁנֶּאֱמַר (דברים כב) הָשֵׁב תְּשִׁיבֵם. הָיָה בָטֵל מִ סֶּלַע, לֹא יֹאמַר לוֹ תֶּן לִי סֶלַע, אֶלָּא נוֹתֵן לוֹ שְׂכָרוֹ כְּפוֹעֵל בָּטֵל. אִם יֵשׁ שָׁם בֵּית דִּין, מַתְנֶה בִּפְנֵי בֵית דִּין. אִם אֵין שָׁם בֵּית דִּין, בִּפְנֵי מִי יַתְנֶה, שֶׁלּוֹ קוֹדֵם:
9 Was heisst eine verlorene Sache? Findet man einen Esel oder eine Kuh auf dem Wege weiden, so ist dies keine verlorene Sache; (findet man aber) einen Esel, dessen Geräte umgewendet sind, oder eine Kuh, die zwischen den Weinbergen läuft, so ist dies eine verlorene Sache. Hat er sie zurückgeführt, und sie ist davongelaufen, hat er sie (dann nochmals) zurückgeführt, und sie ist (nochmals) davongelaufen, selbst (wenn dies) vier- oder fünfmal (geschah), so ist er verpflichtet, sie (wiederholt) zurückzuführen, denn es heisst (Deut. 22, 1): „Zurückbringen, zurückbringen sollst du sie.“ Hatte er (dabei) Versäumnis um einen Sela, so kann er nicht zu ihm sagen: „Gib mir einen Sela!“, sondern er gibt ihm seinen Lohn, wie einem Tagelöhner, der müßig geht. Wenn dort ein Gericht ist, so kann er vor dem Gerichte (sich) ausbedingen. Wenn kein Gericht dort ist, vor wem kann er ausbedingen?! Dann geht das Seinige vor.
י מְצָאָהּ בָּרֶפֶת, אֵינוֹ חַיָּב בָּהּ. בִּרְשׁוּת הָרַבִּים, חַיָּב בָּהּ. וְאִם הָיְתָה בֵית הַקְּבָרוֹת, לֹא יִטַּמָּא לָהּ. אִם אָמַר לוֹ אָבִיו, הִטַּמֵּא, אוֹ שֶׁאָמַר לוֹ, אַל תַּחֲזִיר, לֹא יִשְׁמַע לוֹ. פָּרַק וְטָעַן, פָּרַק וְטָעַן, אֲפִלּוּ אַרְבָּעָה וַחֲמִשָּׁה פְעָמִים, חַיָּב, שֶׁנֶּאֱמַר (שמות כג) עָזֹב תַּעֲזֹב. הָלַךְ וְיָשַׁב לוֹ וְאָמַר, הוֹאִיל וְעָלֶיךָ מִצְוָה, אִם רְצוֹנְךָ לִפְרֹק פְּרֹק, פָּטוּר, שֶׁנֶּאֱמַר, עִמּוֹ. אִם הָיָה זָקֵן אוֹ חוֹלֶה, חַיָּב. מִצְוָה מִן הַתּוֹרָה לִפְרֹק, אֲבָל לֹא לִטְעֹן. רַבִּי שִׁמְעוֹן אוֹמֵר, אַף לִטְעֹן. רַבִּי יוֹסֵי הַגְּלִילִי אוֹמֵר, אִם הָיָה עָלָיו יָתֵר עַל מַשָּׂאוֹ, אֵין זָקוּק לוֹ, שֶׁנֶּאֱמַר, תַּחַת מַשָּׂאוֹ, מַשְּׂאוֹי שֶׁיָּכוֹל לַעֲמֹד בּוֹ:
10 Findet man es (das Vieh) in einem Stalle, so ist man seinetwegen nicht verpflichtet; (findet man es) im öffentlichen Gebiete, so ist man seinetwegen verpflichtet. Wenn es auf einem Begräbnisplatze sich befindet, so darf er sich seinetwegen nicht verunreinigen. Wenn sein Vater zu ihm sagt: „Verunreinige dich!“ oder wenn er zu ihm sagt: „Gib (das Verlorene) nicht zurück!“, so darf er ihm nicht gehorchen. Hat er (die Last) abgeladen und aufgeladen, (dann nochmals) abgeladen und aufgeladen, selbst vier- oder fünfmal; so ist er (immer noch) verpflichtet, denn es heisst (Exod. 23, 5): „Abladen, abladen sollst du!“ Geht er (der Eigentümer) fort, setzt sich hin und sagt: „Weil es dir geboten ist, so lade ab, wenn du abladen willst!“; dann ist man frei, denn es heisst (das.): „Mit ihm.“ Ist jener aber alt oder krank, so ist man verpflichtet. Es ist von der Thora geboten, abzuladen, nicht aber aufzuladen. R. Simeon sagt: Auch aufzuladen. R. Jose, der Galiläer sagt: Wenn darauf mehr war, als es zu tragen vermag, so ist man seinetwegen nicht verpflichtet, denn es heisst (das.): »Unter seiner Last« d. h. einer Last, die es aushalten kann.
יא אֲבֵדָתוֹ וַאֲבֵדַת אָבִיו, אֲבֵדָתוֹ קוֹדֶמֶת. אֲבֵדָתוֹ וַאֲבֵדַת רַבּוֹ, שֶׁלּוֹ קוֹדֶמֶת. אֲבֵדַת אָבִיו וַאֲבֵדַת רַבּוֹ, שֶׁל רַבּוֹ קוֹדֶמֶת, שֶׁאָבִיו הֱבִיאוֹ לָעוֹלָם הַזֶּה, וְרַבּוֹ שֶׁלִּמְּדוֹ חָכְמָה מְבִיאוֹ לְחַיֵּי הָעוֹלָם הַבָּא. וְאִם אָבִיו חָכָם, שֶׁל אָבִיו קוֹדֶמֶת. הָיָה אָבִיו וְרַבּוֹ נוֹשְׂאִין מַשְּׂאוֹי, מֵנִיחַ אֶת שֶׁל רַבּוֹ. וְאַחַר כָּךְ מֵנִיחַ אֶת שֶׁל אָבִיו. הָיָה אָבִיו וְרַבּוֹ בְּבֵית הַשֶּׁבִי, פּוֹדֶה אֶת רַבּוֹ, וְאַחַר כָּךְ פּוֹדֶה אֶת אָבִיו. וְאִם הָיָה אָבִיו חָכָם, פּוֹדֶה אֶת אָבִיו, וְאַחַר כָּךְ פּוֹדֶה אֶת רַבּוֹ:
11 (Hat jemand zurückzuführen) sein Verlorenes und das Verlorene seines Vaters, so geht sein Verlorenes vor; (handelt es sich um) sein Verlorenes und das Verlorene seines Lehrers, so geht (ebenfalls) das Seinige vor; (handelt es sich um) das Verlorene seines Vaters und das Verlorene seines Lehrers, so geht das seines Lehrers vor, denn sein Vater hat ihn in diese Welt gebracht, während sein Lehrer, der ihn Weisheit gelehrt, ihn zum Leben der zukünftigen Welt bringt. Ist aber sein Vater ein Weiser, so geht das seines Vaters vor. Tragen sein Vater und sein Lehrer eine Last, so nehme er (zuerst) die des Lehrers ab, und nachher nehme er die des Vaters ab. Sind sein Vater und sein Lehrer in der Gefangenschaft, so löse er (zuerst) seinen Lehrer, und nachher löse er seinen Vater aus. Ist aber sein Vater ein Weiser, so löse er (zuerst) seinen Vater, und nachher löse er seinen Lehrer aus.